skip to Main Content

Pascal Fendrich A 02
Pascal Fendrich A 02
Pascal Fendrich A 01

A

Videoinstallation
Monitor auf Sockel
PAL 4:3, stereo
2005

Auf einem Sockel steht ein Videomonitor, auf dem das Gesicht einer Person zu sehen ist, die „A“ sagt. Dieses „A“ jedoch entpuppt sich schnell als außergewöhnlich. Es nimmt und nimmt kein Ende. Müsste nicht die Person auf dem Bildschirm endlich blinzeln? Müsste ihr nicht endlich die Puste ausgehen? Nein! Die Augen bleiben starr, die Mine ist unbeweglich, wie auf einer Fotografie. Dennoch schwebt dieser niemals endende Ton im Raum, wie die Andeutung der Ewigkeit.

Die Arbeit bewirkt einen Wahrnehmungskonflikt. Es ist unmöglich zu entscheiden, wie hier die Zeit zu erfassen, zu begreifen und zu beschreiben ist. Einerseits sieht man ein vollkommen starres Gesicht, das durch die ewige Gegenwart der fotografischen Belichtung gebannt scheint, andererseits vergeht die Zeit wie gewöhnlich im linearen, gleichmäßigen Fluss des artikulierten Lautes. Zusätzlich bewirkt ein subtiles, kaum wahrnehmbares, künstliches Rauschen im Videobild das Empfinden von Veränderung und Bewegung. Dies wird noch weiter durch den psychologischen Faktor der Sehgewohnheiten verstärkt, wonach sich Fernsehbilder bewegen. Und wirklich: In einem technischen Sinne bewegen sie sich. In jeder Sekunde erscheinen 25 Einzelbilder auf dem Monitor und keines dieser Bilder gleicht irgendeinem anderen. Es ist in diesem Sinne ein echtes Video. Die Diskrepanz zwischen der chaotischen Bewegung der mikroskopischen Pixel, und der im Gegensatz dazu unbeweglichen, eingefrorenen Starrheit des makroskopischen Bildganzen, spiegelt sich auch im Ton, dessen kleine Modulationen ein Empfinden vorgetragener Sprache hervorrufen, dessen globale Gleichförmigkeit jedoch eingefrorene Zeit darstellt.

Eine Analogie zwischen Bild und Ton ist dabei, streng formal gesehen, noch nicht einmal gegeben, sondern sie ist nur als perzeptive Analogie vorhanden. Dennoch ist gerade die Ebene der Wahrnehmung hier besonders wichtig, da die beschriebenen Widersprüche schon bei etwas längerer Betrachtung durch Ermüdung von Auge und Ohr noch zusätzlich verstärkt werden.

Back To Top