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Sortiment

Fotoarbeit, C-Prints, gerahmt
48-teilig
je 45 x 45 cm
2005

Die Fotos zeigen ein Sortiment alltäglicher Produkte aus aller Welt. Anstelle der ursprünglichen Etikette befinden sich auf den Behältnissen in schwarzer Schrift auf weißem Grund die Bezeichnungen für die Produkte in der jeweiligen Landessprache. Dabei irritiert uns eine wohlbekannte Wasserflasche, auf der lediglich „Wasser“ steht, während salzig eingelegte japanische Salzpflaumen mit der Aufschrift 梅干 (umeboshi) keineswegs seltsam erscheinen. Umgekehrt irritieren in Japan die Umeboshi, während die Cocktail-Würstchen als normal durchgehen. Dass wir komisches Zeug essen, nimmt man dort genauso hin, wie die Tatsache, dass wir unsere Produkte mit unverständlichen Bezeichnungen beschriften. Die Aufschrift enthält also letztendlich keine Information, und zwar weder für sprachlich Kundige, die ohnehin erkennen, was die Behältnisse enthalten, noch für Fremde, die weder den Inhalt kennen, noch die Aufschrift entziffern können.

Die Etikette sind also in Bezug auf ihr Referenzsystem redundant. Dabei irritiert was man kennt, während gerade unverständliche Varianten plausibel erscheinen. Außerhalb ihres Bezugsrahmens gewinnen diese nämlich einen imaginären Sinn, der schlicht unterstellt wird. Hier wird die Begrenztheit alltäglicher Erfahrung deutlich. Gerade das Naheliegende ist befremdlich und verdient den größten Zweifel.

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