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Crude Carrier

Kooperation mit Bernd Härpfer

Video
PAL 16:9, stereo
6 min 31 sec
2009

Crude Carrier, Filmversion

Im Hintergrund eine wolkenverhangene Skyline am Wasser. Langsam beginnt ein Schwenk nach links und beschleunigt zunehmend. Bald zeigt sich das Panorama als endloser Streifen gespiegelter Bildausschnitte.

Von rechts fährt ein großer Öltanker ins Bild. Er bricht sich jedoch nicht an den Spiegelachsen, sondern gleitet unbeeinflusst von der irrealen Umgebung immer weiter, bis die schneller werdende Kamerabewegung ihn nicht mehr einfängt, und er so wieder aus dem Bild verschwindet, während die Stadtlandschaft mit weiter steigendem Tempo vorbeizieht. Dann taucht das Schiff plötzlich aus der Gegenrichtung wieder auf.

Unbehelligt von den bekannten Gesetzen der Physik, zieht das Tankschiff seine Bahnen und setzt seine Reise fort in unbekannte Gefilde, die noch vor ihm liegen.

Der Tanker bleibt als plausibel erscheinendes Objekt erhalten, während der Bildraum als Ganzes transformiert wird. Dies beruht auf einem tiefen Eingriff in das Drehmaterial, einer mit der Slit-Scan-Technik verwandten Umstrukturierung, die das Bild Spalte für Spalte pixelweise zeitlich transformiert und dabei die Ausgangsbewegung genau analysiert. Dadurch bleibt die räumliche Kontinuität des Gesamtszenarios erhalten. Es ergibt sich dabei eine an der Grenze des Wahrnehmbaren entlangkomponierte Verfremdung. Die so erzeugte ästhetische Spannung, wird durch die Tonspur weiter gesteigert. Die Musik entwickelt sich aus der Analyse des O-Tons, der parallel zur visuellen Handlung zunächst unterschwellig und dann immer auffälliger umgeformt wird. Geräusche werden orchestriert und damit zu flexiblen Elementen einer vielschichtigen Klangkomposition, die zwischen schillernder Komplexität und klarer Harmonik oszilliert.

Crude Carrier, Dreikanal-Videoinstallation

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